Mücken im Algonquin und endlich angekommen im Killarney

Mücken im Algonquin und endlich angekommen im Killarney

Hier sollte unsere Kanutour starten, aber zunächst müssen wir 2-3 Tage heavy rain abwarten. Unser Kanuverleiher hat uns einen wunderbaren wilden Zeltplatz empfohlen. Wir stehen direkt an einem See, Zimmer mit Seeblick sozusagen, auf einem großen freien Platz relativ mückenunverseucht- wenn sowas am See überhaupt möglich ist. Der einzige Haken: Es regnet in Strömen und das die nächsten 2 – 3 Tage.

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Nachdem wir unsere 2 Tarps aufgebaut haben, haben wir uns ins Innere unserer ca. 3,8 qm großen Kabine verzogen und wollen ausharren, um die Schönheiten dieses Parks nicht ähnlich wie Nova Skotia zu versäumen. Eigentlich ist es ganz gemütlich. Das sage ich allerdings nach gerade mal 2 Stunden. Zum Glück gibt es viele gute Bücher und Spiele und vielleicht gibt es dann doch mal eine Regenpause und wir können etwas mit Saschas Handball spielen…. Später mehr.

Dem Algonquinpark sind wir dann doch entflohen. Am nächsten Tag wurde das Wetter zwar trockener, aber die Mücken explodierten. Den Barroncanyon, den wir eigentlich durchpaddeln wollten, haben wir uns auf einer kleinen Wanderung von oben angesehen. Der Versuch einen Wasserfall zu erreichen mussten wir aufgeben, weil wir von Mücken buchstäblich aufgefressen wurden. Selbst die Kanadier vor Ort meinen dass die Mücken dieses Jahr besonders schlimm seien.

Aber dann: ….endlich angekommen in Kanada. Im nächsten Park, dem Killarney Provincial Park, gab es gutes Wetter ein Kanu und ein viertägiges Paddelabenteuer. Toll. Alle sind begeistert und weil wir viel im Wind gepaddelt sind, tagsüber fast keine Mücken.

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Zu Beginn sind wir einen schmalen fast flussähnlichen Arm der Georgian Bay gepaddelt, teilweise durch Park und durch Indianerreservat. Am ersten Tag wurden wir noch hin und wieder von einem Motorboot überholt. Indianer eingedeckt mit Vorräten und Bier auf dem Weg in ihr Jagdcamp. An vielen Biberbauten vorbei, einmal sahen wir einen schwimmen, der dann aber schnell abtauchte. Insgesamt sahen wir wenig Wild, wahrscheinlich ist es da, wo gejagt wird sehr scheu.

Am nächsten Tag verließen wir nach 2 Stunden paddeln den schmalen Sund und fuhren auf die offene Georgian Bay raus. Die großen Seen von Kanada sind wirklich sehr groß und erinnern bis darauf dass sie süß sind eher an ein Meer. Das andere Ufer ist nicht in Sicht. Der Wind frischte auf und es gab ordentlich Wind. Es wurde ein wenig spannend, weil unser Kanu ganz schön hoch und runter ging. Ob sich das Kanu bei einer Kenterung bergen ließe, wurde nicht näher erörtert. Georg meinte Aluminium schwimmt? Keine Ahnung! Kritisch wurde es, wenn Wellen und Felsen, die nur ganz wenig aus dem Wasser ragten zusammenkamen. Dann hieß es kräftig paddeln, um nicht auf so einem Riff aufzulaufen. Sascha paddelte, nachdem er unser baldiges Ableben uns allen prophezeit hatte wie ein Weltmeister und glücklicherweise ist alles glatt gelaufen.

Nach dieser Querung über offenes Wasser gerieten wir in ein traumhaft schönes Gewirr von unendlich vielen Inselchen. Pinker Granit, glatt und rund geschliffen, mit schönen Maserungen, bewachsen mit grünen Kiefern. Es wechselten sich kleine Inseln, mit großen Inseln ab, schmale Arme, größere Seen. Außer schwimmen und sich auf den warmen Felsen wieder aufzuwärmen und die Qual der Wahl welchen von den vielen schönen Pausenplätzen wir denn nun ansteuern sollten, gab es das neue Abenteuer der Navigation. Zwischen all diesen Inselchen hieß es immer wieder den richtigen Durchschlupf zu finden, zumal wir den offenen See wegen des Windes und der Wellen möglichst meiden wollten. Ohne Gps und guter Karte wäre es völlig hoffnungslos den richtigen Weg zu finden. Zum Glück hatten wir beides und meine gut organisierte und teure Beschaffung von Kartenmaterial kam voll zum Einsatz. Sascha als ebenso begeisterter Kartenfetischist wie ich, hatte oft den besten Riecher, wo es als nächstes lang gehen könnte. Es machte uns großartigen Spaß durch dieses Naturparadies zu paddeln. Das beste: Wir hatten es ganz für uns alleine und sahen in den Tagen keine Menschenseele. Abends heulten ein paar Kojoten, es gab Fischotter, die sich selten zeigten und kanadische Graugänse mit ihren Küken und natürlich viele Möwen und Enten. Abends am Lagerfeuer lasen wir den Herrn der Ringe, was stimmungsmäßig perfekt passte.

Am letzten Tag weckte uns zwar noch Sonnenschein, aber es kündigte sich in der Ferne Regen an. Nach etwa einer Stunde regnete es in Strömen. Weiterfahren und versuchen in einigen Stunden wieder das Festland zu erreichen, oder ein Notlager aufschlagen? Keinen von uns lockte es einen Tag im nassen Zelt auszuharren, zumal die Lebensmittel nicht ewig reichen würden. Also weiter und durch. Es war nass und kalt, zum Glück nicht allzu wellig. In einer kurzen Regenpause zogen wir nochmal trockene Kleider an, die aber bald wieder durchnässt sein würden und wärmten uns mit einem heißen Tee. Schließlich konnten wir das Festland sehen und hielten uns quitschnass mit Seemannsliedern und Saschas selbstgedichteten Unkenliedern über Wasser.

Ein tolles Abenteuer, selbst durch den Regen zu paddeln hat was, obwohl wir schöne warme Sonne vorgezogen hätten. Jetzt liegen all die nassen Sachen hinten in der Kabine und wir sitzen wieder halbwegs trocken im Pickup und fahren in strömenden Regen Richtung Westen. Out oft the rain, hoffentlich, aber wahrscheinlich erst in North Dakota, unserem nächsten Ziel.

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