Raue Rocky Mountains

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Nach vielen Tagen Hochsommer mit 30 Grad und keinem Wölkchen am Himmel, hat sich nun der Himmel verdüstert. Da der Wetterbericht dennoch positiv ist, hatten wir uns mit Lebensmitteln eingedeckt und sind für wieder tief in die Wildnis gefahren.

Ich werde auf diesen rough roads immer etwas seekrank, weil unser Pickup so schaukelt. Es ist schon etwas nervenaufreibend diese felsigen Straßen zu fahren, durch tiefe Wasserinnen, die der Regen in die „Straße“ gegraben hat. Wir staunen immer wieder was der Pickup so alles schafft ohne aufzusetzen. Irgendwann versperrt mal wieder ein umgefallener Baum den Weg, der erstmal weggesägt werden muss. Kein Problem für meine beiden Männer. Wir sind mal wieder sicher: Hier sind wir alleine! Allerdings beginnt es zu regnen und nach wenigen weiteren Kilometern ist die Straße von den Baumleichen einer Lawine des letzten Winters völlig versperrt.Inmitten dieses Lawinenfeldes, direkt am Bach, in schönstem Dauerregen müssen wir erst mal abwarten. Es kommen mal wieder leise Bedenken auf. Was, wenn der Regen nicht aufhört? Was, wenn die Straße durch einen kleinen Felsrutsch unpassierbar wird? Könnte der Wasserstand des Baches soweit steigen, dass er die Straße überspült? Straße ist wirklich eine unpassende Bezeichnung für diese Felspiste.

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Na, vielleicht hätten wir es doch wie meine Schwester machen sollen und uns ein nettes Häuschen in Norwegen mieten sollen? Sieht auf den Fotos auch ganz nett aus und ist bestimmt nicht teurer als unser Survivalüberlebensurlaub….

Da bisher alles gutgegangen ist…wird dieses Abenteuer wohl auch gut ausgehen. Man soll tolle Wanderungen von hier aus machen können. Also, nicht verzagen und auf Sonne warten…

Der Dauerregen erweist sich als kurzes Gewitter, die Sonne kommt wieder heraus. Alles ist gut. Wir sind zwischendurch halt immer mal wieder mit der einen oder anderen Angst konfrontiert. Es gibt in den Bergen nirgendwo Handynetz. Wenn etwas schiefgeht ist man locker 60 km entfernt von irgendeiner Hilfe. Zu Fuß also ein Problem. Deswegen sind hier die meisten Leute auch nicht alleine unterwegs, sondern immer mit 2 Autos und haben ein Funkgerät.Die Familie, die mit uns unsere Abenteuertrips macht fehlt uns noch…

Wir machen wunderschöne Wanderungen in sagenhafter Bergkulisse und sehen keine Menschenseele. Die Rockys sind soviel wilder und so unendlich viel einsamer als die Alpen. Wenn wir oben auf einem Gipfel stehen, ist in keinem der Täler, die wir Kilometerweit überblicken können ein Mensch, geschweige denn eine menschliche Behausung. Oft sind die Wanderwege von den Lawinen des letzten Winters zerstört und wir müssen über und unter den umgeknickten Bäumen klettern und verlieren so manches Mal den Pfad. Manchmal liegt sogar noch der Rest Schnee der Lawinen meterhoch. Doch weiter oben blüht alles und die türkis, grünen und blauen Seen in denen wir gebadet haben sind nicht mehr zählbar.

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Auf Saschas Wunsch haben wir den höchsten Berg der Region bestiegen, der Mount Fisher 2846 Meter hoch. Da waren wir ausnahmsweise nicht allein. Weil es sehr steinschlaggefährdet war, sind wir extrem schnell gegangen, um die andere Wandergruppe, die vor uns losgegangen war zu überholen. Wir sind die ganzen 1350 Höhenmeter in 3,5 Stunden gelaufen. Ich staune immer wieder wie schnell Sascha rennen kann – wenn er will. Alle anderen Wanderer, die keuchend lange nach uns den Gipfel erreichten (es ist extrem heiß^) waren etwas frustriert, als sie realisierten, dass so ein zehnjähriger ihnen davon rennt….

Aber mir ist danach eine etwas langsamere Gangart einzuschlagen, schließlich habe ich Urlaub! Jetzt machen wir uns auf den Weg zu weiteren wilden heißen Quellen und mir ist mal nach faulenzen, lesen und baden.

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