Yellowstone und Grand Teton

Wie schon befürchtet, ist dieser National Park hoffnungslos überfüllt. Ein wenig rettet uns das frühe Aufstehen. Wir schaffen es noch ein hotspring Gebiet zu besuchen, ohne von Besuchermassen erdrückt zu werden. Doch spätestens ab 9.30 gibt es Stau in einem Wildnisgebiet, so groß wie Nordrhein Westfalen. Aber der Verkehr ist auch so ähnlich wie im Berufsverkehr des Ruhrpotts Wir fahren an den meisten Sehenswürdigkeiten vorbei, weil es mich ganz kribbelig macht, wenn ich mich anstellen muss um in eine blubbernde Hotspringquelle zu schauen und mir gleichzeitig noch die Kommentare mäßig gebildeter Amis dazu anhören muss.

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Ein Bison verirrt sich auf dem Parkplatz und begeisterte Schaulustige kreisen es von allen Seiten ein um mit Ihren Handys und Tablets darauf zu schießen. Das überall Warnungen stehen wie schnell und aggressiv diese scheinbar gutmütigen Tiere werden können, wird ignoriert.

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Natur wird konsumiert und hat reinen Funcharakter. Niemand nimmt mehr wirklich die Schönheit und Stille war und man hat auch gar keine Möglichkeit sie mitzubekommen. Wenn man Tiere beobachtet, müsste man sich eigentlich eine Tarnkappe anziehen, weil innerhalb Sekunden entsteht ein Verkehrsstau von Touristen, die jegliche Straßenverkehrsregeln missachten um auch einen Blick auf das begehrte Objekt zu bekommen. Wir sind hin und hergerissen. Sollen wir uns die Thermalgebiete anschauen oder lieber flüchten.

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An den schlimmsten Katatstrophen wie Old faithfull ein Geysir der fast 100 Meter hoch spuckt, wo jemand aber schon mal 2 Stunden auf dem Parkplatz nach seinem Auto gesucht hat (weil der Parkplatz wesentlich größer als das Naturschauspiel ist) fahren wir ignorant und eiskalt einfach vorbei. Mittags retten wir uns an einen kleinen Bach Immer noch ist die Welt 150 Meter jenseits eines Wanderweges noch in Ordnung. Es ist natürlich strengstens verboten die Wege zu verlassen. Zusätzlich zu diesen Touristenmassen ist der Park völlig überreguliert. Wir freuen uns bald wieder Wildernisgebiete aufzusuchen, in denen nicht die gesamte übergewichtige Bevölkerung Nordamerikas in Reisebussen hinein gekarrt wird.

Wir haben trotzdem einen schönen Tag und nach den vielen Kilometern des Vortages tut es mal ganz gut ein wenig sightseeing zu machen und auszuruhen. Und trotz aller Touristen sind die Bisonherden, die wir gut beobachten und deren dumpfes Grollen man auch gut hören kann sehr beeindruckend. Ein dicker alter Büffel zieht es vor auf seinem Weg direkt an unserem Auto vorbei zu ziehen. Wir stehen draussen und machen keinen Mucks und haben doch ein wenig Bammel diesen Fleischkoloss so nah an uns vorüber gehen zu sehen. Wenn so ein Tier sich von selbst nähert ist dies ganz anders zu bewerten, als wenn man auf es zu geht, weil dies einen typischen Angriffsreflex auslösen kann.

Am nächsten Tag.(Nachdem Sascha wieder seinen Juniorranger absolviert hat regnet es erstmals auf dieser Reise ein wenig. Auf die Frage nach nicht so überfüllten Wanderwegen ziehen die Ranger im Visitorcenter nur ironisch die Augenbrauen hoch und fragen ob wir einen Witz machen würden.

Anstatt die beeindruckenden Tetons von den Haupttouristenrouten zu bestaunen, nehmen wir 2,5 H um den Park herum Fahrt auf uns und pirschen uns sozusagen von hinten an. Wir wollen hoch in die Berge und Sascha hat die Hochtour geplant. Leider ist das Wetter etwas gewittrig und nicht mehr so sicher wie zuvor. Doch dann klart es auf. Touristisch ist es ruhig. Der Wecker ist auf 5.30 Uhr gestellt. 4! Mausefallen sind gestellt und wir erhoffen am nächsten Tag ein schöne Bergtour zu machen mit ungewöhnlicher Aussicht auf die Tetons.

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Grizzlies soll es auch wieder geben und so habe ich mir für 50,-$ neues Bärenspray gekauft.

2 Gedanken zu „Yellowstone und Grand Teton“

  1. heftig, Heftig!
    Nicht nur die Erlebnisse in den Parks, auch euer fast-Unglück.
    interessanterweise habe ich die letzten 2 Tage viel an euch gedacht und gestern noch gehofft, dass nicht schiefgeht… ist ja dann auch nicht…
    Lieben Gruß
    Amara

  2. Meine drei Lieblingstouristen,

    Tja – da hilft nix, an seine Umgebung anpassen und mit dem Strom schwimmen 😉

    Hoffe ihr habt alles gut überstanden, viele Küsse

    Gasha

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