{"id":1015,"date":"2026-01-31T19:45:24","date_gmt":"2026-01-31T17:45:24","guid":{"rendered":"https:\/\/wildnistrip.de\/?p=1015"},"modified":"2026-02-01T17:50:21","modified_gmt":"2026-02-01T15:50:21","slug":"ein-wunderbarer-weg-durch-die-hoelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wildnistrip.de\/?p=1015","title":{"rendered":"5. Ein wunderbarer Weg durch die H\u00f6lle"},"content":{"rendered":"\n<p>Die letzte Etappe unseres ersten gemeinsamen Treks dieser Reise steht an. Sie ist zwar weit, doch angesichts der bezaubernden Landschaft und der baldigen Aussicht auf einen Supermarkt sind wir frohen Mutes.\u00a0In aller Fr\u00fche brechen wir am n\u00e4chsten Morgen\u00a0\u00a0unter aufklarendem Himmel auf. F\u00fcr einen Moment spiegelt sich der 1600 Meter hohe H\u00e4ngegletscher \u00fcber uns in einem kleinen See in der Seitenmor\u00e4ne, sodass man meinen k\u00f6nnte es breche ein Tag sch\u00f6nen Wetters heran. Dann aber frischt der Wind massiv auf, noch ehe ich ein Foto von dem h\u00fcbschen Spiegelbild machen kann. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0035.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0035-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1016\" srcset=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0035-768x1024.jpg 768w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0035-225x300.jpg 225w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0035.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>An den Gletschersee schlie\u00dft sich oberhalb ein weiterer See, dieser aber von gr\u00fcnlicher F\u00e4rbung und durch seine waldigen Ufer und Inseln viel lieblicher wirkend, an. Auch wenn das Stapfen durch das Unterholz und die Feuchtgebiete seiner Uferzonen m\u00fchsam ist, sind wir doch tief ber\u00fchrt von der Sch\u00f6nheit, die sich uns darbietet. Wir sind uns einig, eine solche Kombination von Seen, noch dazu v\u00f6llig unber\u00fchrt von menschlichen Eingriffen, ist uns zuvor noch nicht begegnet. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0036.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0036-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1017\" srcset=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0036-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0036-300x225.jpg 300w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0036.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Schon schmiede ich Pl\u00e4ne, wiederzukehren, hier ein Lager aufzuschlagen und m\u00f6gliche Kletterrouten in den Wandfluchten der Gipfel \u00fcber uns auszukundschaften. Die Pfeiler aus Granit, die eine sichere Passage zwischen den Seracs erlaubten, w\u00fcrden sich daf\u00fcr anbieten. Ein Teil des oberen Tales ist verw\u00fcstet von einer gewaltigen Lawine, dann aber wenden wir uns nach rechts und k\u00f6nnen erneut \u00fcber vegetationsbedeckten Untergrund aufsteigen. Oft m\u00fcssen wir dabei die hier kaum mehr kniehohen aber trotzdem schwer zu passierenden S\u00fcdbuchengeh\u00f6lze umgehen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0037.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0037-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1018\" srcset=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0037-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0037-300x225.jpg 300w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0037.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>V\u00f6llig unerwartet tut sich vor uns ein dritter gro\u00dfer See auf, der durchzogen von zahlreichen Landzungen und Inselchen den oberen Teil des Hochtales ausf\u00fcllt. Dar\u00fcber gelangen wir an den Pass, der den Abstieg zum Lago Viedma vermittelt. Mir ist sogleich bewusst, dass unser bisher leichtes Fortkommen hier ein Ende haben d\u00fcrfte. Viel steiler fallen auf dieser Seite die Berge direkt bis in den See hinein ab. Eine Schlucht in ihrem Grund bedeckt von dichtestem Wald f\u00fchrt dorthin. Ihr k\u00f6nnen wir nicht folgen bei dieser Steilheit, doch queren m\u00fcssen wir sie im oberen Teil. Deutlich leichter als erwartet erreichen wir die obersten B\u00e4ume. Als wir dort dann jedoch die Querung des Hanges beginnen, merken wir schnell, dass in diesen S\u00fcdbuchengestr\u00fcppen kein Denken an schnelles Vorankommen ist und sind uns einig, diese umgehen zu m\u00fcssen. Schnell finde ich eine Passage \u00fcber Ger\u00f6ll und durch einige Felsen. Noch w\u00e4hrend ich mich zu Romain umdrehe, habe ich ein ungutes Gef\u00fchl, dann sehe ich ihn st\u00fcrzen. Auf einer geneigten Felsplatte hat er den Halt verloren und rutscht diese nun der L\u00e4nge nach hinunter, volle 4 Meter. Sofort eile ich herbei, um ihm den Rucksack abzunehmen, dass er in eine aufrechte Position kommen kann und bef\u00fcrchte schon das Schlimmste. Doch er ist gl\u00fccklicherweise unverletzt und schnell wieder bereit, weiterzuwandern. Trotzdem bereitet mir dieser Vorfall Kopfzerbrechen. Noch dutzende Male stolpert er an diesem Tage, kommt kaum von der Stelle und ist mental etwas neben sich.Ein weiteres Missgeschick ereignet sich auf unserem Abstieg. Dar\u00fcber hinaus, dass Romain nach und nach s\u00e4mtliche au\u00dfen an seinem Rucksack befestigte Ausr\u00fcstung verliert. Um eine steile Traverse des Hangs zu vermeiden, steuere ich auf ein W\u00e4ldchen zu. Wir sind dem Lago Viedma, unserem Ziel schon nahe, doch nun verlieren wir uns zwei Stunden im tiefsten und dornigsten Unterholz. Schimpfend, st\u00f6hnend oder unser Leid still erduldend k\u00e4mpfen wir mit den Dornen Meter f\u00fcr Meter. Schuhe und Hosen werden zerfetzt, noch \u00fcber Tage werde ich bis zu 6mm lange Stacheln aus F\u00fc\u00dfen und Beinen zu ziehen haben. Irgendwann, ungef\u00e4hr 200 Meter weiter, k\u00f6nnen wir uns in ein Sumpfgebiet retten, nur um kurz darauf vor einem an dieser Stelle v\u00f6llig aus dem Nichts auftauchenden Canyon voller Vegetation mit 20m hohen Seitenw\u00e4nden zu stehen. M\u00fchsamst finden wir einen Abstieg, k\u00f6nnen den tiefsten Abschnitt nur \u00fcberwinden, indem wir uns durch die Baumkronen hangeln, mit den 25kg Rucks\u00e4cken keine leichte Aufgabe. Darauf folgen 150 ebene Meter \u00fcber liebliche Wiesen mit dem See im Hintergrund, dann erneut ein Canyon und das Spiel wiederholt sich. Die Moral ist am Boden bei Romain, er meint meine Routenplanung sei grauenvoll. Doch wie soll ich per Satellitenbild ausschlie\u00dfen k\u00f6nnen, dass unter der Vegetation verborgen auf einer Tour von 80km 400 schwierige Meter vorzufinden sind? Das ist schlicht nicht m\u00f6glich. Mir war das klar, ihm offensichtlich nicht. Ein einziges Mal an diesem Tage haben wir Gl\u00fcck und treffen auf einen d\u00fcnnen seit Jahren kaum mehr benutzten Pfad. Ihm zu folgen ist nicht leicht, doch langsam aber sicher f\u00fchrt er uns mit reichlich Gegenanstiegen an den Ufern des Lago Viedma entlang. Ein Feuer muss hier vor Jahren gew\u00fctet haben, alles was es zur\u00fcckgelassen hat ist Dornengestr\u00fcpp und verstreut einige Steinm\u00e4nnchen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0038.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0038-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1019\" srcset=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0038-768x1024.jpg 768w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0038-225x300.jpg 225w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0038.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir sind froh als wir am sp\u00e4ten Abend an einem See ankommen, wo wir ein schnelles Bad nehmen und zu Abend essen. Abermals wundersch\u00f6n liegt dieser vierte See des Tages eingebettet zwischen den Felsen und einigen B\u00e4umen, die vom Feuer verschont geblieben sind, darunter gl\u00e4nzt t\u00fcrkis der Viedma See.Aufgrund Romains Sorge, von Rangern entdeckt zu werden, wollen wir die letzte Passage aus dem Nationalpark heraus im Dunkeln \u00fcberwinden. Da wir nicht mehr gen\u00fcgend Nahrungsmittel haben, um einen weiteren Tag abzuwarten, dem gescheiterten Trampen auf dem Hinweg und dem Schlechtwettertag sei Dank, m\u00fcssen wir heute noch bis in die N\u00e4he der Parkgrenze gelangen, um am folgenden Tag die letzten Kilometer in der Morgend\u00e4mmerung \u00fcberwinden zu k\u00f6nnen.\u00a0Allm\u00e4hlich bricht die Nacht herein. Grau bis bl\u00e4ulich der sich stets wandelnden F\u00e4rbung des sich verdunkelnden Himmels anpassend liegt der gigantische See unter uns. Einem norwegischen Fjord gleich zieht er sich in kurvenreichen Windungen bis zu seinem anderen Ende in der W\u00fcste 100km weit. Auch im klaren Licht der trockenen und staubfreien Luft l\u00e4sst sich erkennen, dass die Entfernung bis dorthin immens ist. Diese Strecke m\u00fcssen wir morgen \u00fcberwinden, aber hoffentlich nicht zu Fu\u00df, rechnen wir doch damit, dass diese Stra\u00dfe deutlich befahrener ist, als jene, die uns auf dem Hinweg in die Berge f\u00fchrte, da hier nicht nur der nahe See sondern auch die geringere Distanz zu El Chalten zu erh\u00f6htem Tourismusaufkommen f\u00fchren d\u00fcrfte.Die letzten 6km zu der Landzunge, wo wir n\u00e4chtigen wollen, ziehen sich unglaublich in die L\u00e4nge. Gemessen sind diese nat\u00fcrlich in Luftlinie, wodurch die zahlreichen Buchten, die wir auslaufen m\u00fcssen, vernachl\u00e4ssigt werden. Bei Tageslicht w\u00fcrde man hier liebend gern zum Baden verweilen, einige Male laufen wir f\u00fcr ein St\u00fcck direkt an der Wasserlinie entlang. Der Sandstrand unter dem nachtblauen Himmel, an dem die ersten Sterne erwachen, begleitet vom pl\u00e4tschernden Wellengang ist auch zu dieser Stunde eine harmonische Szenerie. Doch wir m\u00fcssen noch einige Kilometer zur\u00fccklegen, zudem ziehen \u00fcber den Bergen dunkle Wolken auf. Bis es so dunkel ist, dass wir den Pfad nicht mehr erkennen k\u00f6nnen, laufen wir, dann nochmals mit Stirnlampen eine weitere knappe Stunde im Stockfinsteren. Erst nach elf Uhr legen wir uns an Ort und Stelle mitten auf dem Weg nieder, \u00fcberall sonst w\u00e4re dies aufgrund der stacheligen Str\u00e4ucher nicht m\u00f6glich, mit dem Plan, zumindest bis 5 Uhr zu schlafen. Daraus wird jedoch nichts, schon kurz nach Mitternacht zieht ein Sturm auf. In den 80km\/h starken Wind mischen sich Regentropfen, sodass wir uns in unsere Biwaks\u00e4cke verkriechen. Daran ein Zelt bei diesen Bedingungen aufzubauen, ist kein Denken. Gegen 4 Uhr wird das Wetter erneut so schlecht, dass der einzige Ausweg darin besteht, weiterzulaufen. Noch ohne Tageslicht tasten wir uns fast blind durch das Gel\u00e4nde von weglosem Charakter, bis der Pfad etwas deutlicher wird, sodass wir ihm folgen k\u00f6nnen, ohne ihn alle paar Meter zu verlieren. Die Estancia umgehen wir an der Uferlinie des Sees, kurz darauf bricht der Tag an. Uns dr\u00e4ngt sich zunehmend der Verdacht auf, dass es auf dieser Seite gar keine Rangerstation gibt und es gar nicht n\u00f6tig gewesen w\u00e4re, die Parkgrenze im Dunkeln zu erreichen.Die wirklichen Schwierigkeiten beginnen aber nun erst. Vor uns liegen 75km Schotterstra\u00dfe. Bis 12 Uhr ist nur ein einziges Auto vorbeigekommen und das hat Touristen von der Lodge zur\u00fcckgefahren und wen wundert es noch, uns nicht mitgenommen. Wir haben keine Nahrungsmittel mehr, auch die Wasserreserven sind begrenzt und vor uns liegen noch 70km W\u00fcste, nur von einem einzigen Fluss durchzogen nach dem ersten Drittel des Weges. Die Lodgefahrer w\u00fcrden uns\u00a0\u00a0wohl eher hier drau\u00dfen sterben lassen, als uns mitzunehmen, wie leer ihre Autos auch sein m\u00f6gen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0042.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0042-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1020\" srcset=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0042-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0042-300x225.jpg 300w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA0042.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>So treten wir unseren Weg zur\u00fcck zur Hauptstra\u00dfe zu Fu\u00df an, marschieren stoisch weiter, gelegentlich unterst\u00fctzt vom R\u00fcckenwind aus den Bergen, doch stets unter der sengenden Sonne und mit schwindenden Vorr\u00e4ten an Wasser. Selbst nach einer Stunde strammen Schrittes \u00e4ndert sich der Horizont vor uns nur minimal, es ist als w\u00fcrden wir auf der Stelle gehen. Ein einziger Bus kommt uns entgegen, voll geladen mit Touristen, doch in privaten Fahrzeugen schaffen es diese offensichtlich nicht hierher. An dem Fluss f\u00fcllen wir nach rund 30km ein letztes Mal unser Wasser auf und halten wenig sp\u00e4ter an dem Abzweig zu einer weiteren Estancia, in der Hoffnung, dass nun, wo drei bewohnte Geb\u00e4udekomplexe hinter uns liegen, fr\u00fcher oder sp\u00e4ter jemand vorbeikommen wird oder aber wir am folgenden Tage die verbleibenden 40km \u00fcberwinden werden. Allerdings zollen schon die vergangenen 30km, nach dem 17h Tag davor und der zur H\u00e4lfte durchmaschierten Nacht ihren Tribut in Form von Blasen und schmerzenden F\u00fc\u00dfen. Da taucht unvermittelt ein Farmer mit seinem mit Schafen beladenen Pickup auf und auch wenn er nur bis zur n\u00e4chsten Weide f\u00e4hrt, klagen wir ihm unser Leid. Er bedeutet uns, zu warten und bringt uns wenig sp\u00e4ter zu seinem Geh\u00f6ft. Dort warten wir den restlichen Nachmittag ab, zumindest im Schatten, nur unser Hunger intensiviert sich zunehmend. Am Abend k\u00fcndigen dann zwei junge Arbeiter an, dass sie uns zur Teerstrasse fahren werden. Erstaunlicherweise sind die beiden Wirtschaftsstudenten, die gutes Englisch sprechen und ihren Sommer fernab von Buenos Aires freiwillig in dieser Abgeschiedenheit verbringen. Wir sind \u00fcbergl\u00fccklich, aus dieser misslichen Lage befreit zu werden. H\u00f6hepunkt des Tages ist ein Puma, den unser Fahrer am Wegesrand entdeckt. Obwohl ich zuvor zusammengerechnet \u00fcber die letzten Jahre 8 Monate in Pumaland verbracht habe, ist dies der erste, den ich zu Gesicht bekomme. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA00441.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"473\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA00441-473x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1021\" srcset=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA00441-473x1024.jpg 473w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA00441-139x300.jpg 139w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG-20260131-WA00441.jpg 739w\" sizes=\"auto, (max-width: 473px) 100vw, 473px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Romain besteht dann darauf, am Campingplatz direkt an der Stra\u00dfenkreuzung zu verweilen, was ich zwar als herausgeworfenes Geld betrachte, doch er ist auch bereit die 50\u20ac f\u00fcr zwei Empanadas und daf\u00fcr, dass wir auf dem staubigen W\u00fcstengrund unsere Zelte aufzuschlagen d\u00fcrfen auszugeben. Fast gerettet also, denn die Nahrungsmittellage ist bei diesen Preisen noch immer prek\u00e4r. Ich muss mich noch bis 11 Uhr am Folgetag gedulden, ehe wir endlich am Stra\u00dfenrand stehen, um nach El Chalten zu trampen. Schlie\u00dflich dort angekommen gibt es am sp\u00e4ten Nachmittag die erste richtige Mahlzeit der letzten Tage.\u00a0Unser erster Trek hat uns ordentlich gefordert, wenn auch aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden. W\u00e4hrend Romain das kurzzeitig steilere Terrain und das allgemeine Aufenthaltsverbot im Nationalpark zugesetzt haben, hat mich das W\u00fcstentrekking in der Hitze mit den Blasen einiges gekostet. Da die n\u00e4chsten geplanten Touren nicht weniger illegal und deutlich hochalpiner sein werden, sorge ich mich, inwieweit diese f\u00fcr uns zusammen durchf\u00fchrbar sind, beziehungsweise was wir stattdessen tun sollen. Nach einem zweiten und dritten Einkauf, bei denen die Pesoscheine wie Kleingeld aus den Taschen fliegen, beginnen wir, neue Pl\u00e4ne f\u00fcr die kommenden Tage zu schmieden, ehe sich die n\u00e4chste Schlechtwetterfront ank\u00fcndigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzte Etappe unseres ersten gemeinsamen Treks dieser Reise steht an. Sie ist zwar weit, doch angesichts der bezaubernden Landschaft und der baldigen Aussicht auf einen Supermarkt sind wir frohen Mutes.\u00a0In aller Fr\u00fche brechen wir am n\u00e4chsten Morgen\u00a0\u00a0unter aufklarendem Himmel auf. F\u00fcr einen Moment spiegelt sich der 1600 Meter hohe H\u00e4ngegletscher \u00fcber uns in einem &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wildnistrip.de\/?p=1015\" class=\"more-link\">Mehr <span class=\"screen-reader-text\">\u00fcber &#8222;5. Ein wunderbarer Weg durch die H\u00f6lle&#8220; <\/span>Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1015","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wildnistrip.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1015","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wildnistrip.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wildnistrip.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wildnistrip.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wildnistrip.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1015"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/wildnistrip.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1015\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1042,"href":"https:\/\/wildnistrip.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1015\/revisions\/1042"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wildnistrip.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1015"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wildnistrip.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1015"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wildnistrip.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1015"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}