{"id":1057,"date":"2026-02-20T13:40:02","date_gmt":"2026-02-20T11:40:02","guid":{"rendered":"https:\/\/wildnistrip.de\/?p=1057"},"modified":"2026-02-22T18:01:27","modified_gmt":"2026-02-22T16:01:27","slug":"7-rucksack-und-zelt-so-ein-mist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wildnistrip.de\/?p=1057","title":{"rendered":"7 Rucksack und Zelt: So ein Mist!"},"content":{"rendered":"\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen sind wir ab 9 Uhr in O Higgins, das vielleicht 150 H\u00e4user umfasst und suchen nach einem Supermarkt und einer Werkstatt, wo ich mein Rucksackgest\u00e4nge hingeben kann, um es hoffentlich reparieren zu lassen. Die kleine Ortschaft scheint so gar nicht hierher zu passen mit ihren breiten Stra\u00dfen und Gehwegen, dazwischen gepflegtem Gr\u00fcnstreifen, Parkanlagen und \u00fcberdimensionalen h\u00f6lzernen Monumenten. Zu dieser Tageszeit, auch ansonsten kaum weniger, wirkt es ziemlich verschlafen, wir treffen kaum eine Menschenseele auf den Stra\u00dfen, warten eine Stunde vor dem Supermarkt, der dann versp\u00e4tet \u00f6ffnet und mir eine defekte Simkarte verkauft. Das bedeutet dann kein Internet f\u00fcr die n\u00e4chsten Wochen. Als ich gerade loslege, der Verk\u00e4uferin die Meinung zu sagen, denn nun stehe ich ohne Simkarte da und mein Geld bekomme ich auch nicht zur\u00fcck, beginnt Romain, sich f\u00fcr mein Verhalten zu entschuldigen. So wiederum komme ich nat\u00fcrlich nicht weiter. Das n\u00e4chste Gesch\u00e4ft, wo ich in einigen Tagen oder Wochen hoffentlich erfolgreicher sein werde, liegt ganze 300 km weiter n\u00f6rdlich. In einer Fahrradwerkstatt versichert man uns dann, den gebrochenen Stift des Gestells l\u00f6ten zu k\u00f6nnen, daf\u00fcr m\u00fcssen wir aber bis zum Abend warten.<\/p>\n\n\n\n<p>So begeben wir uns an den Fluss und harren an einer mittelm\u00e4\u00dfig sch\u00f6nen Stelle im Schatten aus. Wenigstens l\u00e4sst sich die Zeit nutzen, um die verdreckte Kleidung und uns zu waschen. Am Abend hole ich den Rucksack ab, zun\u00e4chst voller Hoffnung, doch schon beim Einsetzen des Gestells bricht es an der gleichen Stelle wieder. Es stellt sich heraus, dass sie es in der Werkstatt nur geklebt haben, was bei einer so geringen Auflagefl\u00e4che nicht halten konnte. Sehr r\u00fchrend hilft mir Romain, etwas mehr Kenntnisse als ich besitzt er als ehemaliger Fahrradmechaniker, Zeltheringe zu verbiegen und mit Tape eine Notl\u00f6sung zu basteln. Uns beiden ist von Beginn an klar, dass diese kaum etwas f\u00fcr die Dauer sein kann und mir steht eine zweite Nacht mit schlechtem Schlaf und Unruhe bevor, denn ich bin inzwischen ziemlich mitgenommen von der Situation. Ohne Rucksack keine weiten Touren, ohne weite Touren keine Berge, ohne Berge und Einsamkeit macht die Reise keinen Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chste Tag beginnt ganz in diesem Sinne wenig erquicklich. W\u00e4hrend Romain zehn Jahre altes Decathlon Billigzelt schon im Sturm besser performt hat als mein 1200 \u20ac Hilleberg Zelt, bin ich nun schockiert, dass ich in einer Pf\u00fctze aufwache, der Schlafsack nass bis auf die Haut, was mich schon im Morgengrauen frieren l\u00e4sst, derweil Romains Zelt aber vollkommen trocken ist. Da wir etwas tun m\u00fcssen, daf\u00fcr sind wir ja schlie\u00dflich hier, laufen wir in den Rio Mosco Park. Die ersten Meter sind eindeutig touristisch \u00fcbererschlossen: Die Identit\u00e4t wird am Eingang abgefragt, damit auch ja keiner verloren gehen kann, dann geht es \u00fcber Holztreppen und Stege empor, alle Dutzend Meter steht eine Hinweistafel, die Romain sehr zu meinem Leidwesen ausf\u00fchrlich studiert. Mein Rucksack f\u00fchlt sich an wie ein Sack, der nur lose geschultert ist, Gehen wie Stehen ist unangenehm. Auf den ersten Kilometern ist der Wald abgebrannt, er beginnt zwar nachzuwachsen, aber so ist die Vegetation wenig attraktiv. Wir erreichen eine Schulter im Berghang, wo wir etwas Sicht haben auf die T\u00e4ler und Berge um uns herum. Wild ist diese Gegend, ihre bewaldeten T\u00e4ler und Schluchten spektakul\u00e4r, die Berge Schotterh\u00fcgel, manchmal von einigen Gletschern geziert. Unzug\u00e4nglich sind sie alle. In dieser Hinsicht d\u00fcrfte unser Pfad eine Ausnahme in diesem gesamten Teil der Anden zwischen O Higgens und Cochrane darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Uns auf unsere Karte verlassend geraten wir auf den alten Weg, der inzwischen sehr von Erosion betroffen ist, und m\u00fcssen einige Schuttrei\u00dfen (steile Halden aus Lockergestein unter einer Felswand) m\u00fchsam durchklettern, um dann sehr \u00fcberrascht, wieder auf einen breiten Karrenweg zu sto\u00dfen. Inzwischen haben wir die Zone, in der es gebrannt hat, hinter uns gelassen und wandern nahe der Talsohle unter den eindrucksvollen B\u00e4umen aufw\u00e4rts. Die S\u00fcdbuchen werden hier erg\u00e4nzt durch Coihue, gigantische Baumriesen, die bis zu 2000 Jahre alt werden k\u00f6nnen, aber schon in j\u00fcngeren Jahren 40 m H\u00f6he erreichen. Die Vegetation ist hier ganz anders als 100 km weiter s\u00fcdlich. Offensichtlich ist es feuchter, die Artenvielfalt ist gr\u00f6\u00dfer, der Boden bedeckt von Moosen und Farnen wie niedrigem Buschwerk. Eine Strauchart, die gerade in den schillerndsten Magentat\u00f6nen voll in Bl\u00fcte steht, hat es uns besonders angetan. Dann aber beginnt es zu regnen. Eine Stunde laufen wir durch den Regen, werden ziemlich nass, dann endlich erreichen wir die H\u00fctte, die zumindest einen trockenen Unterstand bietet und sich kostenfrei nutzen l\u00e4sst. Den Nachmittag verbringen wir damit, unsere beziehungsweise vor allem meine Ausr\u00fcstung zu trocknen, was kein sehr erfolgversprechendes Unterfangen ist bei diesen Wetterbedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Abend bessert sich das Wetter und Romain m\u00f6chte noch zu einem Aussichtspunkt auf den Gletscher hinauf laufen. Da ich keine seri\u00f6sen Argumente dagegen finde, willige ich ein, wenn auch meine Lust auf jegliche Exkursionen klare Grenzen kennt: Wenn wie beabsichtigt das Gep\u00e4ck zur\u00fcckbleibt k\u00f6nnte es derweil gestohlen oder von M\u00e4usen zernagt werden. Wenigstens k\u00f6nnen wir so unbeschwert aufw\u00e4rts schlendern, wobei es f\u00fcr mich eher ein missmutiges Stapfen ist, was sonderbarerweise auf den etwas unwegsamen Pfaden immer noch schneller ist als Romains Gang. Er ist lange nicht so schnell unterwegs wie vor zwei Jahren in den franz\u00f6sischen Alpen, was mir zwar ganz recht ist, was aber im weglosen Terrain bedeutet, dass ich sehr viel Zeit damit verbringe, auf ihn zu warten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Schlamm- und Ger\u00f6lllawine hat den Talgrund verw\u00fcstet, der neu markierte Weg wurde weitgehend au\u00dfen herum durch den Wald gelegt. Unerwartet quert dieser dann einen Seitenbach, und erklimmt danach eine immer steiler werdende waldige Flanke. Als Weg l\u00e4sst sich dies nicht mehr bezeichnen, es gibt nur Farbmarkierungen in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden und einen schwach gebahnten Trampelpfad. Die wenigen Sonnenstrahlen verschwinden und als wir am Aussichtspunkt ankommen, ist es kalt und windig. Immerhin l\u00e4sst sich eine Zunge des Gletschers erkennen. Bestimmt w\u00e4re es spannend, hier zu zelten und bei sch\u00f6nem Wetter am n\u00e4chsten Tag in die h\u00f6heren Gipfelregionen vorzudringen, denn den ansonsten so un\u00fcberwindbaren Vegetationsg\u00fcrtel haben wir an dieser Stelle hinter uns lassen k\u00f6nnen. Daf\u00fcr aber m\u00fcsste mein Rucksack funktionsf\u00e4hig sein. Doch so dr\u00e4nge ich auf einen baldigen Abstieg. Wieder an der H\u00fctte angekommen, nun bei besserem Wetter, stellen wir fest, wie sch\u00f6n sie gelegen ist. Einige uralte B\u00e4ume bilden ein sch\u00fctzendes Kronendach, licht genug, um die letzte Abendsonne hindurchzulassen. Ihre St\u00e4mme erz\u00e4hlen die Geschichten von Jahrtausenden, sie m\u00fcssen die ersten Menschen gesehen haben, die in diese wilden Winkel vorgedrungen sind. Zahlreiche Br\u00e4nde, Rodungen und touristische Erschlie\u00dfung haben sie \u00fcberdauert.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir f\u00fcrchten Regen, so steigen wir am n\u00e4chsten Morgen zeitig ab, melden uns im Park ab, kaufen in einem Supermarkt ein, der den bisherigen preislichen Gipfel darstellen k\u00f6nnte und nutzen noch einmal das Wi-Fi der B\u00fccherei, denn es d\u00fcrfte das vorerst letzte Mal sein, dass wir \u00fcbers Internet Verbindung zur Au\u00dfenwelt aufnehmen k\u00f6nnen. Das Trampen gestaltet sich schwierig. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6212.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6212-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1060\" srcset=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6212-768x1024.jpg 768w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6212-225x300.jpg 225w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6212.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Bis zu einem ersten See kurz hinter dem Ort werden wir zwar schnell mitgenommen, dort warten wir aber 3 Stunden und zehn Autos fahren vorbei, ohne anzuhalten. Am fr\u00fchen Abend haben wir dann schlie\u00dflich Gl\u00fcck. Ein gigantischer Pickup h\u00e4lt, und die beiden Chilenen nehmen uns noch bis hinter die F\u00e4hrverbindung mit. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6205.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6205-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1062\" srcset=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6205-768x1024.jpg 768w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6205-225x300.jpg 225w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6205.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Luxuri\u00f6s ist das Reisen mit Auto, denke ich wieder einmal. Wundersch\u00f6ne Landschaft zieht am Seitenfenster vorbei. Gerne w\u00fcrde ich Fotos machen, l\u00e4nger verweilen, doch es nieselt und wir wollen unseren Lift nicht aufhalten. Wir sind uns einig, dass es eine der sch\u00f6nsten Landschaften ist, durch die wir je gefahren sind. Wind gepeitschtes Hochland, Canyons, bedeckt mit Urwald und Gletscherberge wechseln sich ab, durchzogen von wilden Fl\u00fcssen und stillen Seenlandschaften. Gl\u00fccklicherweise ist die F\u00e4hre kostenlos, sie bringt uns \u00fcber einen Fjord des Pazifik. Fast zw\u00f6lf Jahre ist es her, dass ich das letzte Mal an den Ufern dieses gewaltigen Meeres stand. Hier aber wirkt es eher wie ein See, das Wasser ist ohne jede Spur von Salz und trotz des schlechten Wetters fehlt jeglicher Wellengang. Romain f\u00fcrchtet bei der Schlafplatzsuche ins Dunkle zu kommen, letztlich ist es auch sinnvoll, dass wir mit dem letzten Licht noch einen Platz finden k\u00f6nnen, der wenigstens ein halbes Dutzend Meter von der Stra\u00dfe entfernt ist. Dies gestaltet sich vermutlich gar nicht einfach, weil die Vegetation so dicht ist. An einer Br\u00fccke lassen wir unsere Fahrer anhalten. Diese sind nicht wenig erstaunt, dass wir uns hier absetzen lassen, bieten an, uns bis in die n\u00e4chste Ortschaft mitnehmen zu k\u00f6nnen, wo sie ein Hostel gebucht haben. Das lehnen wir ab, wir wollen in die Wildnis, daf\u00fcr sind wir ja schlie\u00dflich hier. Zum Abschied beschenken sie uns mit Nahrungsmitteln. Lange m\u00fcssen wir nicht nach einem flachen Platz suchen, wir bleiben unter der Br\u00fccke. Das Ziel in einem halben Dutzend Meter Entfernung zur Stra\u00dfe zwar verfehlt, sind wir dort regengesch\u00fctzt und m\u00fcssen unsere Zelte zu dieser sp\u00e4ten Stunde nicht aufbauen. Der Fluss rauscht ohrenbet\u00e4ubend. Trotzdem schlafe ich gut abgesehen von einigen Unterbrechungen, als mir Regentropfen ins Gesicht geweht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Romain ist am n\u00e4chsten Morgen nicht sonderlich guter Stimmung, meint wir w\u00e4ren nicht hier, um unter Br\u00fccken zu schlafen. Das Wetter ist bescheiden und auch ich brauche eine Weile, um aus dem Schlafsack herauszukriechen. Dann aber entdecken wir einen Pfad, der in das Tal \u00fcber uns f\u00fchrt und vielversprechend aussieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Entlang der Carretera Austral ist der Gro\u00dfteil des Waldes abgebrannt. Dichtes Buschwerk w\u00e4chst zwar in dem feuchten Klima innerhalb weniger Jahre wieder nach, doch die gro\u00dfen schattenspendenden und das Unterholz etwas im Zaum haltenden B\u00e4ume brauchen Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende, wenn sie einmal verschwunden sind, um wiederzukehren. Infolgedessen kann man die Stra\u00dfe nur dort verlassen, wo von Menschen gebahnte Wege bestehen. Nun, wo wir einen solchen zuf\u00e4llig gefunden haben, wollen wir ihm soweit wie m\u00f6glich folgen. Geschickt \u00fcberwindet der Pfad eine steile Felsstufe und f\u00fchrt fortan entlang eines t\u00fcrkisfarbenen Flusses durch eine Schlucht. Die Landschaft erinnert an Korsika, sowohl die gerade mannshohe Vegetation mit ihren&nbsp;&nbsp;Dornen und intensiven Ger\u00fcchen wie farbenfrohen Bl\u00fcten als auch die Berge und der Fluss neben uns. Unerwartet sto\u00dfen wir auf ein Haus, das offensichtlich bewohnt ist. Romain m\u00f6chte dort nicht weitergehen, da er Privatgrund nicht betreten will. Ich erlaube mir, die Behauptung aufzustellen, dass die Landstriche, die sich in diesem Land an Stra\u00dfen befinden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit entweder Privatbesitz oder Nationalpark sind. Bekanntlich sind in diesem Wandern wie \u00dcbernachten abseits der daf\u00fcr vorgesehenen Stellen verboten, ohne dass wir uns aber davon abhalten lassen m\u00fcssen. Zwar k\u00f6nnte ich alleine weitergehen, doch Romain an der Stra\u00dfe warten lassen, will ich auch nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Da ich mit meinem kaputten Rucksack ein schlechter Tourenpartner bin und Romain eine l\u00e4ngere Strecke laufen m\u00f6chte, beschlie\u00dfen wir, uns zu trennen. W\u00e4hrend er \u00fcber die Stra\u00dfe in den n\u00e4chsten Ort l\u00e4uft, werde ich ein paar Tage in Ruhe verbringen und versuchen, meinen Rucksack zu flicken sowie gegebenenfalls einige kurze Wanderungen zu unternehmen. Eine volle Stunde warte ich, bis ich beim Trampen mitgenommen werde und dann ist es auf einer so hoch beladenen Pritsche eines Pickups, dass mir anfangs auf der Schotterstra\u00dfe bei 70 Km\/h in den Kurven etwas unwohl wird. Die Aussicht ist von hier aber definitiv besser als von der R\u00fcckbank eines jeden Fahrzeugs. An einem See lasse ich mich absetzen, mit dem Plan, dort mein Lager aufzuschlagen. Dies aber scheitert nicht nur daran, dass ich kein Trinkwasser zu Verf\u00fcgung habe, sondern auch an ausgedehnten Sumpfgebieten, die es mir unm\u00f6glich gestalten, bis ans Seeufer zu gelangen. Etwas weiter unterhalb am Flusslauf finde ich trotzdem einen sch\u00f6nen Platz, \u00fcber mir genau jene Berge, die ich hatte ersteigen wollen. Steil zieht sich die Flanke 2000 m hoch bis zu ihren Gipfeln, bestehend aus Granit und einigen Gletschern. Mal wieder bin ich erstaunt, wie gut es mir w\u00e4hrend der Planung gelungen ist, sch\u00f6ne Pl\u00e4tze ausfindig zu machen. In 100 km Umkreis sind dies die einzig zug\u00e4nglichen Berge, die diesen Grad an landschaftlicher Attraktivit\u00e4t erreichen, nur, dass sie f\u00fcr uns unter diesen Umst\u00e4nden unzug\u00e4nglich bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Den restlichen Nachmittag verbringe ich damit, ein neues Gestell f\u00fcr meinen Rucksack zu basteln. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6206.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6206-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1063\" srcset=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6206-768x1024.jpg 768w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6206-225x300.jpg 225w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/6206.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach Stunden des Schnitzens, die Haut an meinen Fingern wirft Blasen, habe ich einen 10 cm dicken y-f\u00f6rmigen Ast endlich auf die Breite eines Fingers reduziert und in den Rucksack eingesetzt. Jetzt bin ich vorsichtig hoffnungsvoll, dass dies ausreichend k\u00f6nnte, um wieder Bergtouren zu wagen. Den langen Abend nutze ich, um mir ausnahmsweise einmal eine gute Mahlzeit zu bereiten. Das bedeutet eine frische Tomate, Pasta und ger\u00f6steten Knoblauch.<\/p>\n\n\n\n<p>Einmal mehr gr\u00fcble ich dar\u00fcber nach, wie es in den n\u00e4chsten Tagen und Wochen weitergehen soll, komme aber nur zu dem Schluss, das alles an der Funktionalit\u00e4t des Rucksacks h\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p>inzwischen ist viel passiert. Ein langer einsamer Trek, eine Klettertour. Doch dauernd fehlt der Strom. So gibt es zun\u00e4chst nur ein paar Bilder und der Blog muss erstmal warten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5986.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5986-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1065\" srcset=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5986-768x1024.jpg 768w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5986-225x300.jpg 225w, https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5986.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5989.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/wildnistrip.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/5989-768x1024.jpg\" 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