14. Vom Regen in eisigen Schneesturm

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Die Wettervorhersage zieht uns weiter in den Norden, als ursprünglich beabsichtigt zu reisen Sonne. Um dem Dauerregen zu entfliehen, fahren wir 6 Stunden in nördlichere Teile Chiles: eine Seenregion mit vielen Vulkanen. Einen davon, den Villarica wollen wir besteigen.

Nachdem wir die Fahrt hinter uns gebracht haben, finden wir einen Schlafplatz am Fuße unseres Vulkans. Es ist frisch. Während Sascha das Zelt aufbaut, koche ich uns schnell was.

Ein merkwürdiger Vogel kommt uns besuchen. Sehr neugierig beäugt er unsere Vorbereitungen und findet großen Gefallen an unserem Auto.

Wir stehen um kurz vor 5 auf. Sascha möchte am liebsten zu Sonnenaufgang auf dem Gipfel sein. Doch so lange mag ich nicht im Dunkel gehen. Nach 1 h erreicht uns das erste Licht.

Der Sonnenaufgang ist wirklich sehr schön – und – es regnet nicht!

Kurz darauf ziehen wir uns die Steigeisen an. Ein garstiger, kalter Wind fegt über den Berg. Der Gipfel ist noch in Wolken. Wir sind aber zuversichtlich, dass es wie versprochen noch aufklaren wird und marschieren weiter nach oben.

Der Wind wird immer heftiger, konstant 65 km/h mit Böen von bis zu 85 kmh. Wir steigen gebückt, um uns auf den Beinen halten zu können. Es ist eisig und die Landschaft verwandelt sich in eine bizarre Eiswelt. Jeder Stein ist mit einer 30 cm dicken Eisschicht überzogen, die in filigranen Federeisformen endet. Schön anzuschauen aber zu kalt zum Fotografieren. Die Sicht ist gleich null. Wir sind mitten in der eisigen Wolke, die den Gipfel umhüllt. Noch lockt uns das Magma, was man vom Kraterrand aus sehen kann. Doch irgendwann würde ich am liebsten umkehren, tue es nur nicht, um Sascha seinen Gipfel zu ermöglichen. Mit GPS findet er wie immer sehr sicher den Weg. (Nein, er sagt er hat es nuf als Höhenmesser benutzt.) Ohne ihn möchte ich hier nicht unterwegs sein. Irgendwann sind die 1600 Höhenmeter geschafft. Wir stehen oben am Kraterrand, sagt das GPS. Sehen können wir nichts. Kein Magma😪

An Rast ist nicht zu denken. Durch den Wind sind die knapp unter Null Grad eher -15. Wir kehren postwendend um und steigen wieder ab.

Weiter unten wird die Sicht besser und der Wind erträglich. Überrascht stellen wir fest, das uns Heerscharen geführter Wandergruppen entgegenkommen.

Wir umgehen die meisten. Denn wie immer gibt es merkwürdige Verbotsschilder und wir wollen keinen Ärger. Hier sogar auf deutsch:

Fazit, gut dass wir es gemacht haben. Immerhin kein Regen. Doch ohne Sicht und sonnig warme Temperaturen werde ich hier keinen Vulkan mehr besteigen. Morgen wollen wir uns in den berühmten heißen Quellen Geometrica ausruhen.

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