15. Geometrica: Wunderbare heiße Quellen

Wir planen als Gegenpol zu der eisigen Vulkantour, einen Tag in den heißen Quellen zu verbringen. Die Geometrica Termas sind von einem Architekten entworfen. Eine ganze dampfende Schlucht ist sehr ästhtisch mit roten Holzstegen und in Naturstein eingefassten Becken in ein Thermalparadies verwandelt worden. Das heiße Wasser kommt überall mit 62 Grad aus der Erde und wird über hölzerne Rohre mit dem 7 Grad kalten Wasser einiger Wasserfälle so gemischt, dass es angenehme 36 – 46 Grad Badetemperatur erreicht.

Wir sind um 9:00 h morgens als erste Gäste alleine dort und können die ganze Schlucht zunächst alleine durchwandern. Auch später verlaufen sich die Badegästen in den zahlreichen Tümpeln.

Wir baden in jedem Becken und zum Abkühlen springen wir immer wieder unter einen der 7 Grad kalten Wasserfälle. Wie immer seit einer Woche regnet es heftig, was uns aber bei der angenehmen Wärme des Wassers eher erfrischt. Jedes Becken ist umrahmt von wunderbarem Regenurwald und so verbringen wir den ganzen Tag träge im Wasser dümpelnd.

Das Aktivitätsniveau in heißen Quellen geht bei uns gegen Null. Vielleicht gut, dass man soetwas nicht im eigenen Garten hat – ich glaube, ich würde einfach gar nichts mehr tun.

Ein kleines Abenteuer erwartet uns noch am Ende des Tages. Die ausgewählte cabaña ist nicht zu finden, weil wir keinen Internetempfang haben. Also Zähne zusammen beißen und trotz Kälte und Regen einen Zeltplatz suchen. Das ist hier quasi unmöglich. In Chile ist jeder Flecken Erde eingezäunt. Sascha fährt ein unbefestigtes Sträßlein hoch in die Berge. Aber auch hier nichts.

Dann finden wir ein Hinweisschild zu einer Cabaña mit Telefonnummer. Wir versuchen unser Glück. Aber der Herr spricht nur unverständliches Spanisch und ist anscheinend Analphabet. Resigniert suchen wir weiter. Dann schickt uns der chilenische Besitzer ein Selfie, von sich selbst am Tor. Also doch keine verlassene Cabaña. Hoffnungsvoĺl drehen wir um und finden tatsächlich eine Traumunterkunft mit Panoramafenstern und Ausblick über das gesamte Tal in wunderbarer Alleinlage.

Die Frau des Chilenen heizt den Holzofen an und ich bin glücklich, die Nacht nicht im Zelt verbringen zu müssen.

Am nächsten Tag wandern wir bei akzeptablem Wetter durch Waldlandschaft zu 2 kleinen Seen. Nett, doch dafür sind wir nicht nach Chile gereist. Die geplanten Nationalparks versinken im sinflutartigen Regen.

Wir grübeln und überlegen was tun. Im Regen in die Parks wandern? Oder doch nach Santiago fliegen, ein neues Auto mieten und dort bei strahlendem Sonnenschein in die Berge? Wir scheuen Aufwand und Kosten.

Irgendwann fällt die Entscheidung: kein doppelter Flug, kein 2. Mietauto, kein Gepäck packen, überzählige Lebensmittel hier verschenken, um sie dort neu einzukaufen. Wir fahren mit unserem jetzigen Mietauto 900 km in den Norden und wieder zurück, um die letzten 10 Tage bei schönem Wetter zu haben. Wir sind sofort Feuer und Flamme. Schluss mit dem Hocken in irgendwelchen Unterkünften um in Regenpausen spazieren zu gehen, zu Zielen, die uns nicht wirklich interessieren.

Morgen geht’s los.

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