15. Vom Regen in Sonne und Schnee

Wir haben uns entschieden, dem Regen zu entfliehen und fast 1000 kilometer nach Norden zu fahren – die wir in knapp 10 Tagen auch wieder zurück müssen, da unser Flug von Puerto Montt geht. Die Strecke ist ereignislos, bis auf den ein oder anderen Stau, den wir an den Mautstationen verursachen, weil Sascha den Aufwand gescheut hat, Bargeld zu tauschen. Die Gegend ist am ehesten mit einer grüberen Version der italienischen Poebene vergleichbar. Eine Nacht harren wir noch bei Dauerregen in einer lieblosen Cabaña aus, dann geht es in die Berge zu einer 29 Kilometer entfernten heißen Quelle. Nachmittags als es aufklart ziehen wir los. Nach 6 Kilometern Fußmarsch finden wir einen schönen Rastplatz im Wald.

Es ist kalt, am Morgen ist der Boden gefroren, unsere Daunenschlafsäcke aufgrund des Taus nass, sodass sie uns nicht nehr wärmen. Ich stelle fest, dass Zelten eine tolle Sache bei gemütlichen 24 Grad ist….

Wir laufen um 6 Uhr los, weil es schlicht zu kalt ist, noch länger liegen zu bleiben. Als die ersten Sonnenstrahlen uns wärmen, frühstücken wir. Wenig später beginnt der Schnee und dann ein steiler Aufstieg über 2 Pässe.

Das Gehen ist mühsam. Entweder der Schnee ist tief oder man watet durch kleine Schneematschbäche, die sich in der heißen Sonne bilden.

Ich bin erschöpft und stolpere relativ blind für die Schönheit der Berge Saschas gespurten Tritten hinterher. Nach 1300 Höhenmetern von für mich schwierigerem Terrain und 19 Kilometern Wegstrecke, wird mir klar, dass ich die nächsten 9,5 Kilometer bis zu den heißen Quellen nicht schaffen werde. Hier oben im Schnee zelten mag ich auch nicht. Zu kalt und zu windig. So verabschieden wir uns von den wilden heißen Quellen und steigen etwas tiefer, bis wir einen geeigneten Patz zum Übernachten finden.

Ich glaube, es war die richtige Entscheidung. Ich bin halt keine 20 mehr.

Ein schöner Pausenplatz am Ende unserer Tour. Wir baden aber nur kurz bei 8 Grad.

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