Zum Abschluss haben wir eine Wanderung zu zwei Seen geplant. Wie immer ist der Wanderweg verrammelt und eine chilenische Mutti kassiert Eintritt von jedem Besucher, der ihren Zuweg in die Berge nutzen will. Den Orginalzutritt haben die Bauern mit Ästen zugelegt und locken die Touristen so an ihr Tor. Wie immer ignoriert Sascha diese Kommerzialisierung der Natur und klettert über den meterhoch aufgetürmten Wall und verschafft sich auf diese Art Zugang zu den Bergen.
Das Klima mutet mediterran an und wir wandern auf kleinem Pfad entlang eines Flusses der geradezu korsisch anmutet.

Überall gibt es herrliche Gumpen, die zum Baden einladen. Allerdings ist die Wassertemperatur in dieser Jahreszeit (hier Herbstanfang) so frisch, dass man schnell wieder herausspringt.
Nach einigen Stunden erreichen wir den ersten See.

Da Samstag ist, gibt es einige chilenische Besucher und so ziehen wir nach einem Mittagsmahl schnell weiter.

Wir tauchen ein in einen wunderbaren Coihuenwald. Das sind riesige Laubbäume, die bis zu 2000 Jahre alt sind.
Eigentlich sind es nur 14,5 Kilometer und 1700 Höhenmeter. Doch irgenwie scheinen chilenische Kilometer länger zu sein und die Höhenmeter höher. Zumindest brauchen wir ewig, bis wir den Pass erreichen.

Von dort haben wir Blick auf den 2. See und eine wunderschöne Aussicht auf die Berge.

Sascha plant, welche Gipfel er gerne über welche möglichen Routen erklettern würde. Der Abend auf dieser moderaten Höhe ist wunderschön und auch warm genug.
Morgens klettern wir ab zum 2. See und genießen ein einsames Bad mit kleiner Klettereinlage.


Der Rückweg ist wieder weit. Vielleicht könnte man ihn damit verkürzen?


Am Auto angekommen finden wir eine Vorladung der Polizei an unserer Windschutzscheibe. Wir dürfen das Auto nicht ohne Gehmigung verstellen, den Distrikt nicht verlassen und hätten am 10.4 vor dem Polizeigericht zu erscheinen. Unser Vergehen: Wir haben auf einem unbeleuchteten (sehr breiten) Randstreifen geparkt.

Nun, am 10.4 sind wir in Deutschland und so beschließen wir den Wisch zu ignorieren.

Nachts am Zeltplatz weckt uns immer wieder ein Marder, der an unserem Auto herumklappert. Aus Sorge, dass er etwas kaputt macht und wir am Morgen nicht starten können, um die 1000 Kilometer zurück in den verregneten Süden zu fahren, starten wir um 3 Uhr nachts.
Das wars von uns aus Chile. Eine tolle, erlebnisreiche Reise ist zu Ende. Chile ist ein beeindruckendes Land mit sehr viel unterschiedlicher, exotischer Wildnis. Aber auch ein Land mit viel Reglementierung, sehr viel Privatisierung, Zersiedelung und in der echten Wildnis kaum Infrastruktur. SASCHA:“Auch, wenn wir hier jene Wildnis gefunden haben, die wir seit jeher suchen, die einzigartige Mischung aus unberührten, ursprünglichen Wäldern, durchzogen von einem Geflecht aus ebensolchen Wasserläufen und Seenlandschaften, über denen sich einige der faszinierendsten Bergmassive, die wir je erblickt haben, in dank ihrer Abgeschiedenheit unbesuchte Höhen schwingen, ist doch nicht zu verleugnen, dass dieses Land auch eine sehr viel hässlichere Seite aufweist. Chile ist kein Entwicklungsland. Selten sind wir so ausufernder Privatisierung und Kommerzialisierung begegnet….“ (hier war mir Saschas Diktat zu lang😉)
Wir hoffen es hat euch Freude gemacht von unseren Erlebnissen zu lesen. Uns hat es Freude gemacht unsere Erfahrungen zu teilen.
Vielleicht geht es hier irgendwann wieder von Sascha weitergeführt mit seiner geplanten Nepalreise im August.